Gardasee

Vielleicht noch die ein oder andere unbekannte Tour

Das Biken am Gardasee ist natürlich ein Muss für jeden Mountain Biker, z.B. die San Giovanni Tour, die sensationellen Spaghetti auf der Malga Grassi mit anschließender Adrenalina oder die verschiedenen Touren am Monte Altissimo mit den traumhaften Ausblicken auf den Lago – um hier nur ein paar zu nennen.

Aber tatsächlich finden wir immer wieder neue Touren, die auch gar nicht so viel befahren sind. Ein paar von den Varianten sollen hier erwähnt werden. 

Monte Zugna:
Auf Dinosaurier’s Spuren

Höhenmeter:  ca. 1.300 hm
Kilometer:       ca. 30 km
Zeit:                  ca. 4,5 Stunden

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Nicht direkt vom Gardasee aus, aber deswegen nicht weniger schön. Man kann ab Rovereto starten, es ist aber auch möglich, noch ein paar Höhenmeter mit dem Auto zurück zu legen. 

Die Tour ist mega abwechslungsreich. Auf dem Weg zum Gipfel kommt man an großen Steinplatten vorbei, auf den man Dinosaurier Spuren entdecken kann. Keine Angst, Dank der Hinweisschilder kann man sie nicht verpassen. Gerade unser Sohn war schon schwer beeindruckt.

Am Gipfel befinden sich noch jede Menge Schützengräben und Stellungen. Es ist immer wieder bedrückend, die Zeitzeugen des Ersten Weltkrieges so hautnah zu sehen. Und dann geht es im Trail bergab. Der Trail ist sehr schottrig, aber zur Not kann man ja auch ein Stück schieben. 

Rifugio San Pietro

Höhenmeter:    ca. 930 hm
Kilometer:        ca. 17 km
Zeit:                  ca. 4 Stunden

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Eine gute Alternative zur San Giovanni Tour. Man schlängelt sich von Riva aus nach Arco und von da aus durch die Olivenhaine Richtung Tennosee. Die Rifugio San Pietro liegt hoch oben am Hang mit einem mega Blick auf den nördlichen Gardasee. Aber, wenn möglich, das Wochenende vermeiden. Auch die Italiner wissen die Lage zu schätzen.

Abwärts gehts über schöne verschiedene Trails und die Olivenhaine wieder zurück nach Torbole. 

Von Ledro nach Limone

Höhenmeter:   ca. 740 hm
Kilometer:        ca. 30 km
Zeit:                  ca. 3 Stunden

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Wir wollten einen Freund im Capo Realmol in Limone besuchen, einer bekannten und beliebten Surfstation am Gardasee. Um nicht einfach nur an der Strasse entlang zu fahren, ging es ab Ledrosee Richtung Bocca dei Fortini und von da aus nach Limone. Ab Bocca dei Fortini gibt es einen recht zugewachsenen Trail, aber sehr schön. Insgesamt war die Strecke mit schönen Ausblicken und gespickt, wenn auch technisch nicht so anspruchsvoll – abgesehen von dem zugewachsenen Trail.

Vom Capo Reamol ging es zurück erst über den neuen Radweg entlang des Sees und dann auf der Strasse. 
Achtung: Rücklichter für die Tunnel nicht vergessen. 

Dos Remit – Festa

Höhenmeter: ca. 1200 hm
Kilometer:      ca. 38 km
Dauer:             3-4 Stunden

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Von Torbole aus geht es die geteerte Baldo Panoramastrasse hinauf. Man sollte schon immer wieder einmal einen Blick auf den Gardasee werfen, die super Aussicht macht die Auffahrt etwas erträglicher.

Bei ca. 1070 hm erreicht man wieder einmal eine Kurve, von der es direkt links in den Wald abgeht. Ab hier folgt man dem Schotterweg, abwechselnd mit einigen Trails. Diese sind allerdings nicht so einfach zu befahren. Der Weg durch Wiesen, Felder und Wald führt bis nach Loppio. Nach Torbole gehts dann wieder den bekannten Radlweg.

Santa Barbara

Höhenmeter: ca. 1130 hm
Kilometer:      ca. 31 km
Dauer:             ca. 3-4 Stunden mit Pausen

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Auffahrt von Torbole aus, über Arco die Monte Velo Strasse hinauf. Eine gute Rastmöglichkeit ist die Malga Zanga. Sehr schön gelegen und feines Essen. Von da aus geht es weiter nach Santa Barbara.
Ein schöner leichter Trail führt wieder zurück nach Nago.

Lago Di Cevedine

Höhenmeter: ca. 450 hm
Kilometer:      ca. 43 km
Dauer:             5 Stunden

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Diese mittelschwere Mountainbiketour enthält alles was das Bikerherz begehrt. Die beeindruckende Landschaft rechts und links der Sarca ist gepaart mit kurzen anspruchsvollen Anstiegen, flowigen Trails und teilweise felsigen Abfahrten. Im wesentlichen ist die Streckenführung aber problemlos zu bewältigen.
Von Torbole geht es an der Sarca nach Arco und weiter durch San Martino und Moletta.
Kurz darauf wird der Trail verlassen und auf der Straße durch die Marocche erreicht man den Lago Di Cevedine. Nachdem der See umfahren ist wird in Pietramurata die Sarca überquert und die Tour führt auf Schotter und anspruchsvollen Trailpassagen in Richtung Dro. Nach einem letzten längeren Anstieg erreicht man Arco und fährt dann an der Sarca entlang zurück nach Torbole.

Torri del Benaco / Prada / Brenzone

Höhenmeter: ca. 950 hm
Kilometer:      ca. 36 km
Dauer:             ca. 3 Stunden

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Im Ortszentrum geht es sofort die Teerstraße in einer angenehmen Steigung bergauf. Die traumhaften Aussichten auf den See und der verhältnismäßig geringe Verkehr gestalteten uns die Auffahrt etwas angenehmer.
Im Ort Zena lassen sich die Wasservorräte nochmals auffüllen, bevor es weiter nach Prada geht. Auch hier geht es durch die Ortschaft durch bis zum Restaurant Edelweiss. Das Essen ist nicht gerade überragend, aber für eine Zwischenmahlzeit reicht es allemal.

Anschließend hat man die Wahl:
a) man fährt die Teerstrasse wieder zurück Torri del Benaco
b) man fährt die Teerstrasse weiter, über Serpentinen nach Brenzone
c) man fährt den angeblich schwierigsten Trail nach Brenzone (so ein Einheimischer, wir haben es nicht getestet)
d) wir wählten einen etwas einfacheren Trail, welcher gleich hinter dem Restaurant bei einem Spielplatz Richtung Brenzone führte. Allerdings muss gesagt werden, dass ich die meiste Zeit schieben musste.
Nach ca. 20 Minuten gelangten wir auf eine steile Straße, die in einen Karrenweg überging und auch sehr steil, aber fahrbar war. Am Schluss ging es über einen guten Schotterweg und Straße hinab nach Brenzone. Von hier fuhren wir auf der Hauptstrasse bis Torri del Benaco am See entlang zurück.

Pasubio –
Strasse der 52 Tunnel

(auch als Klettersteig möglich)
Höhenmeter: ca. 1100 hm
Kilometer:      ca. 29 km
Dauer:             ca. 4 Stunden

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Auch wenn die Tour nicht unmittelbar am Gardasee liegt, ist sie unbedingt einen Abstecher wert.
„Pasubio – Berg der mehr als zehntausend Toten, Ort der gewaltigsten Sprengungen des Ersten Weltkriegs…“ (Moser Bike Guide) Trotz des Wissens, welche Kämpfe die Italiener gegen die Österreicher geführt haben, sind die Gegend und die Tour wirklich beeindruckend.
Ab dem Passo Pian delle Fugazze führt ein breiter Schotterweg, ein ehemaliger Zulieferweg mit max. 10% Steigung bis zur Galleria Generale D’Havet hinauf. Nach der Durchfahrt des Tunnels sind an den gegenüberliegenden Felswänden schon die zahlreichen Tunnel der Strada delle Gallerie auszumachen.

Der Weg führt weiter zu Rifugio Achille Papa (zwischen Juni und Oktober geöffnet). Zu Kriegszeiten war der Ort ein richtiges Militärdorf mit zahlreichen Hütten und Unterständen der Italiener, von dem heute aber nichts mehr zu sehen ist. Von hier aus führt ein Abstecher zum Gipfel mit zahlreichen Stollen- und Kaverneneingängen. „Der Berg wurde wie ein Schweizer Käse mit einem Gewirr aus Stollengängen und Sprengtunnels durchlöchert, mit denen man jeweils die andere Platte zu zerstören suchte..:“ (Moser Bike Guide)

Die Fahrt durch die 52 Tunnel, die die Italiener teilweise aus senkrechten Felswänden heraus kreiselförmig 6 km lang ins Tal gesprengt haben, ist verboten. Trotzdem lohnt sich ein Blick hinein. Die Abfahrt führt ebenfalls über einen ehemaligen Zulieferweg ins Tal.

Von Torbole aus benötigt man ca. eine Stunde 40 Minuten mit dem Auto, um an den Startpunkt zu gelangen. Wir haben bei Rovereto, im Relais Palazzo Lodron übernachtet, um uns die lange Anfahrt zu sparen.

Achtung: Unbedingt die Wetterbedingungen und die Schneelage beobachten. Wir sind Ende Juni die Tour gefahren und mussten 100 hm vor dem Rifugio umkehren, da aufgrund zuviel Schnee eine Weiterfahrt nicht möglich war.