Ozean Hopping

Entlang am Mittelmeer und Atlantik, an der Nordsee und dem Europäischen Nordmeer

Halbzeit unseres einjährigen Sabbaticals! Die ersten 6 Monate verliefen zwar pandemiebedingt etwas anders, als ursprünglich gedacht, trotzdem hatten wir eine spannende und wunderschöne gemeinsame Zeit in Italien und der Schweiz. Nun beginnt das zweite Halbjahr in der Hoffnung, unser Ziel – immer der Küste entlang von Portugal bis Norwegen – aufgrund Corona auch wirklich zu erreichen. Da einige von Euch nach Reise-Updates gefragt haben, ist es nun soweit – wir gehen unter die Reise-Blogger 🙂

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße!

Mattes, Anja & Vincent

Unsere Route:

Erstmal Strecke machen

13.-15. April 2021

In Garching sind wir bei Schneeregen und 3 Grad gestartet. Kaum vorzustellen, dass wir in unserem Wohnwagen die Badesachen, SUP’s und auf dem Dach die E-Bikes geladen haben. Eher schrie das Wetter nach pulvrigen Tiefschnee Abfahrten in den verschneiten Schweizer Bergen.

Aber Augen zu und durch: die Berge ließen wir links liegen und steuerten als erstes den Genfer See an. Der wunderschöne Campingplatz Camping de Rolle, direkt am See gelegen, wartete auf uns. In der Abendsonne sahen wir sogar den Mont Blanc. Allerdings sorgte ein starker Wind dafür, dass wir uns schnell in unserer rollenden Behausung einigelten und alle Heizmöglichkeiten einschalteten, die es gab. Die Nacht war zapfig, um die 0 Grad.

Deswegen vergeudeten wir auch tags darauf keine Zeit und zuckelten 700 km (obwohl in Frankreich 130 km/h mit Anhänger erlaubt) bis nach Spanien ans Mittelmeer. Angenehme 17 Grad und ein beheizter Pool am Campingplatz Salatà entschädigten für die letzte schlaflose Nacht.

Ausgeruht und glücklich unter der Sonne Spaniens gönnten wir uns zwei Tage Pause. Wir radelten in der Umgebung von Roses, unserem Campingplatz. Hier gibt es jede Menge toller Radlstrecken, teils am Meer, teils in den Bergen. Trails sind für jeden Geschmack dabei. Wir testeten unfreiwillig einen sehr schwierigen Trail, bei dem wir leider des öfteren schieben mussten. Dafür hatten wir aber tolle Aussichten auf das Mittelmeer.
Am Ende der Tour gab es die verdiente Belohnung und eine Runde schwimmen im Pool.

Noch ein Corona Update: Die Inzidenzen sind in Spanien ähnlich wie in Deutschland. Da einige Campingplätze geöffnet haben, können Touristen frei reisen, die Einheimischen dürfen sich nur in ihrer Region aufhalten. Überall, auf den Straßen, am Strand, am Campingplatz ist Maskenpflicht, die Strafen für Nichteinhaltung fallen recht hoch aus. Restaurants haben bis 17 Uhr geöffnet, allerdings nur zum draußen sitzen.

Reisestrecke: 1250 km

BARCELONA MAL ANDERS

17.-21. April 2021

Die letzten beiden Tage galten dem Graben von riesigen Löchern am Sandstrand und ausgiebigem Planschen im beheizten Pool…wir haben einen abgebrannten Kochtopf inkl. Nudelsieb, eine rudimentär funktionierende Heizung, aber der Wasserhahn und der Abfluss funktionieren wieder. So langsam grooven wir uns ein.

Inzwischen sind wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Barcelona angekommen – Camping Vilanova Park – ein riesiger Platz, auf dem im Sommer die Hölle los sein muss. Also nichts für uns normalerweise, aber in der aktuellen Zeit sind wir neben ein paar britischen Überwinterern nahezu die Einzigen.

Am Sonntag ging es dann auf Entdeckungstour nach Barcelona. Aber natürlich wäre Mattes nicht Mattes, wenn er nicht ein paar Radstrecken ausfindig gemacht hätte, auf denen wir die Stadt und die Umgebung erkunden konnten.

Link zur Tour

Ich hätte nie mit so vielen Mountain Bikern in Spanien gerechnet, wie wir heute gesehen haben. Mag vielleicht auch am Wochenende und dem sonnigen Wetter gelegen haben.

Entlang der Hügel am Stadtrand winden sich unzählige kleine Wege und Trails, die zum wandern und biken einladen. Hier akzeptieren sich sogar die Wanderer und Biker gegenseitig. Die Stadt liegt einem zu Füßen und es bieten sich ständig tolle Blicke bis hin zum Meer.

Auf dem Tibidabo thront hoch über der Stadt die Basilika Sagrat Cor, wirklich schön, aber leider geschlossen. Daneben befindet sich gleich ein Vergnügungspark, der bereits 1905 eröffnet wurde und zu den ältesten der Welt gehört, die noch funktionieren. Vincent war von der Achterbahn ganz angetan, aber leider war auch der Park geschlossen. 

Nach den Trails rollten wir einfach die Strasse hinab bis zur Kathedrale von Barcelona, wo wir in einem Café bei ein paar Tapas den Tag ausklingen ließen. Was für ein Gefühl, in einem Restaurant zu sitzen und sich bedienen zu lassen!

Der Montag galt dem klassischen Sightseeing, sofern das mit meinen beiden Männern möglich ist. Den Vormittag verbrachten wir im Park Güell:
„Der Park war eine Auftragsarbeit für den Industriellen Eusebi Güell. Dieser war von den englischen Gartenanlagen sehr beeindruckt und wollte eine solche auch in Barcelona haben. Antoni Gaudí plante daraufhin eine Gartenstadt mit über 60 Villen. Das Vorhaben scheiterte, und es wurden nur zwei Parzellen verkauft.

Gaudí achtete bei der Anlage des Parks nicht nur auf umweltgerechtes, sondern auch auf kostengünstiges Bauen: Er verzichtete auf große Erdbewegungen und passte seine Pläne dem hügeligen Terrain an. Dabei verwendete er Stützmauern und Terrassen. Diese fügen sich durch ihre organischen Formen einzigartig ins Gelände ein und vermitteln den Eindruck absoluter Natürlichkeit. Die benötigten Materialien fand der Baumeister auf dem Gelände selbst. Für die vielen Mosaike verwendete er Abfälle der nahen Keramikfabriken. Allerdings war die Bauweise selbst sehr teuer, da alles in Handarbeit angefertigt werden musste.“ (Wikipedia)

Total geflasht von Gauí, war natürlich ein anschließender Besuch der Basilika Sagrada Família ein absolutes Muss. Der Bau der von Antoni Gaudí im Stil des Modernisme entworfenen Kirche ist unvollendet. Er wurde 1882 begonnen und sollte 2026, zum 100. Todestag von Gaudí, fertiggestellt werden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie kann dieses Datum nicht eingehalten werden. Kaum zu glauben, dass die Bauzeit eines Gebäudes den Berliner Flughafen übertrifft.

Barcelona ist sehr weitläufig. Das mussten wir leider schmerzhaft feststellen, als wir eine knappe Stunde von der Basilika bis zum Arc de Triomf gelaufen sind. Danach ist uns die Lust, noch über die La Rambla zu schlendern, vergangen. Immerhin gönnten wir uns noch ein paar leckere Churros mit richtig dicker Schokoladensauce… yummi.

Da es in den nächsten Tagen im südlicheren Teil des Landes regnen soll und die portugiesische Grenze auf jeden Fall bis Ende April geschlossen bleibt, werden wir wohl doch noch ein paar Tage mehr in der Nähe Barcelonas zubringen. 

Immerhin gibt es im Hinterland ein paar schöne Radlstrecken, Tarragona steht noch auf dem Programm und Vincent hat sich schon einen festen Platz im Hallenbad des Campingplatzes reserviert. Langweilig wird es uns also noch nicht.

Reisestrecke: 200 km

Auf den Spuren der Römer
Tarragona

22. April 2021

Vielleicht sind wir ja ein paar echte Kulturbanausen, aber bisher hatten wir die Stadt Tarragona überhaupt nicht auf dem Schirm. Und hätte uns das Wetter nicht zum längeren Aufenthalt zwischen Barcelona und Tarragona gezwungen, wären wir auf dem Weg nach Süden einfach daran vorbeigesaust. Da hätten wir tatsächlich etwas verpasst. Persönlich hat es mir hier deutlich besser gefallen als in Barcelona. Es ist nicht so weitläufig, es gibt viele kleine Gässchen mit unzähligen Bars und Restaurants und Kultur in fussläufiger Umgebung.

An der Autobahn, kurz vor dem Abzweig zur Stadtmitte, gibt es einen Rastplatz, von dem man aus den römischen Aquädukt Pont del Diable („Brücke des Teufels“) besichtigen kann. Es zählt zu den besterhaltenen antiken Aquädukten, mit der Besonderheit, dass das Überqueren erlaubt ist. Wahrscheinlich wurde es im 1. Jahrhundert n. Chr. unter der Herrschaft des Kaisers Augustus errichtet, zeitgleich mit der Erweiterung Tarragonas. Das Aquädukt diente noch bis ins Mittelalter zur Wasserversorgung der Stadt.
Die Aquäduktbrücke weist eine Gesamtlänge von 217 Metern auf und erreicht eine maximale Höhe von 27 Metern. Die Nordseite des Aquädukts liegt auf einer Höhe von ca. 56,80 Meter, die Südseite auf 56,40 Meter über NN, woraus sich ein Gefälle von etwa 0,2 % errechnen lässt. (Wikipedia)

Das Stadtzentrum ist geprägt von römischen Bauten. In der Nähe vom Meer befindet sich das zu Beginn des zweiten Jahrhunderts erbaute Amphitheater mit einer ungefähren Größe von 130m x 102m. 14.000 Besucher fanden darin Platz.
Unter der Arena befanden sich fossae, die diese der Länge nach und quer kreuzten. Sie beherbergten bühnenbildnerische Elemente und erlaubten durch nachgewiesene Aufzüge das plötzliche Erscheinen von Menschen und Tieren in der Arena.

Im 5. Jahrhundert wurde eine dreischiffige Basilika mitten in die Arena gebaut, wo heute ihre Grundmauern und Fußböden sichtbar sind. Im 12. Jahrhundert wurde erneut eine Kirche hineingebaut, und im 19. Jahrhundert wurde der Komplex als Gefängnis für die Sträflinge benutzt, die beim Hafenbau beschäftigt waren.

Schräg gegenüber vom Amphitheater befindet sich ein Teil der Stadtmauer sowie ein erhaltener Bereich des Circus‘ – heute würde man Rennbahn sagen. Viele der Gänge und unterirdischen Wege sind sehr gut erhalten. Der Circus selbst ist zum größten Teil mit Wohnhäusern und Strassen verbaut worden. Es war super spannend, mehr über die Wagenlenker aus dem 2. Jahrhundert zu erfahren.

Von der Terrasse des angrenzenden Turmes aus, bietet sich einem ein Wahnsinns-Blick über die Stadt. Vor allem die Basilika zieht die Blicke auf sich. Leider war sie pandemiebedingt geschlossen.

Auch das Essen abseits der Hauptstrasse war mega lecker. Abgesehen vom bedeckten Himmel war dieser Stadtbesuch ein tolles Erlebnis und selbst Vincent war von den Römern in Spanien schwer beeindruckt.

Berge und Meer Radltour

23. April 2021

Höhenmeter: ca. 903 hm
Kilometer:      ca. 45 km
Zeit:                 ca. 3 Stunden ohne Pause

Link zur Tour

Von unserem Campingplatz startend, ging es gleich steil bergauf ins Hinterland. Auf der rechten Seite sieht man das Meer, links das hügelige Innenland sowie den Stausee vom Biospärenreservat von Castellet, unserem nächsten Ziel. Die ersten Trails führen zum See herunter, sie sind alle sehr gut befahrbar. Direkt am See liegt ein wunderschönes Schloss, leider war auch dies geschlossen.

Die Tour führt weiter am See entlang, teilweise kommt man sich wie im Dschungel vor. Anschließend gehts per Trail wieder steil bergauf. Hier war ich wirklich über das E-Bike dankbar. Schlussendlich kann man dann das Radl einfach über Trails und Straßen bis zum Meer laufen lassen. Ein herrlicher Sandstrand, bei uns menschenleer, bildet den Abschluss einer schönen Tour. An der Promenade gibt es jede Menge Restaurants und Bars.

 

Zwischen Alicante und Murcia

24.-26. April 2021

Die Gegend an der Costa Brava ist schon recht gewöhnungsbedürftig. So wie wir gesehen haben, wurde alles bis zum Strand zugebaut. Hotels und riesige Wohnanlagen, die als Zweitwohnungen für die Spanier dienen. Aufgrund Corona wirken die Orte wie Geisterstädte, da alles verriegelt und verschlossen ist. Man sieht kaum Menschen, nur Betonburgen. Schön kann man das nicht nennen. Alles wurde gemäß „quadratisch, praktisch, gut“ angelegt, es gibt kaum Bäume und wirklich schlechte Spielplätze. Ähnlich empfanden wir auch den Campingplatz Lo Monte, alles wurde in Reih und Glied ausgerichtet und für die wenigen Spanier, die tatsächlich am Wochenende zu Besuch waren, gab es ein Kinderanimationsprogramm bis 21:30 Uhr. Also genau unser Ding…

Da uns aber der spanische Sonnengott noch nicht ganz so wohl gesonnen war und es in den nächsten Tagen in Andalusien regnen sollte, haben wir tatsächlich 2 Tage auf diesem Campingplatz verbracht.

Ein Tag wurde gechillt, der zweite Tag überraschte uns wirklich positiv. Sämtliche Berge um La Unión sind Zeugen längst vergangener Bergbauarbeiten. Von 1869 bis 1991 wurde in dieser Gegend Pyrit abgebaut, welches man zur Herstellung von Schwefelsäure benötigt. Man kann sich einen Bergbaupark Parque Minero ansehen, mit geführten Touren und einem abschließenden Flamengotanz, oder wie wir, die Umgebung per Rad erkunden. Man findet nicht nur alte eingefallende Gebäude vor, die schon sehr mystisch anmuten, sondern rostige Kräne, die wie Finger in die Luft ragen. Nicht zu vergessen, die Zugangsschächte und Brunnen, die zum Teil bis 200m tief und nur durch eine Umrandung abgesichert sind. Keine Gitter, etc, in Deutschland undenkbar…
Die rote Landschaft erinnert eher an eine Marslandschaft, als an eine spanische Küste.

Ein weiteres Highlight auf der Radtour war die Bateria de las Cenizas. Auf einem Gipfel hoch über dem Meer befindet sich eine militärische Stellung aus dem ersten Weltkrieg. Zwei riesige Kanonen inklusive Munitionsdepots, Aussichtstürme und Baracken sind nahezu vollständig erhalten. Man kann sich überall frei bewegen und durch die Baracken laufen. Zum Teil befinden sich noch riesige Standbohrmaschinen und Schleifmaschinen in den Räumen. Eine wirklich abgefahrende Gegend.

Reisestrecke: 540 km

Granada – Alhambra

27. -28. April 2021

Wenn wir irgendwann mal wieder nach Spanien fahren, lassen wir die Ostküste links liegen und sehen zu, dass wir so schnell wie möglich nach Andalusien kommen. Andalusien ist genau die Gegend, die uns gefällt.

Die Sierra Nevada, das höchste Gebirge der iberischen Halbinsel, ist von November bis Mai von Schnee bedeckt und ist damit das südlichste Skigebiet Europas. Im Sommer gibt es hier unzählige Wanderwege und Bikestrecken mit Panoramen, die den amerikanischen Canyons ähneln. Der höchste Berg ist der Mulhacén mit 3.479m.
Dazu kommen die traumhaft schönen weißen Dörfer, die sich an die Berghänge schmiegen, alle in einem ähnlichen Baustil und kein kunterbunter Architekturwettbewerb wie im Osten des Landes…wenn man da überhaupt von Architektur sprechen kann. Nicht zu vergessen, die weltberühmten Kulturstätten, besonders jetzt in der Corona-Zeit ein echtes Erlebnis. Und last but not least hat Andalusien auch kulinarisch einiges zu bieten, allem voran das Olivenöl.

Spaniens 300 Millionen Olivenbäume (80% davon in Andalusien) erzeugen mit jährlich 1,2 Billionen Litern 44% des weltweiten Angebots von Olivenöl. Aus Italien kommt nur halb so viel und aus Griechenland nur ein Viertel. Jeder Spanier verbraucht im Jahr ca. 10 Liter Olivenöl. Nur die Griechen konsumieren noch mehr davon.
Ehe ein Olivenbaum erstmals Früchte trägt, muss er mehrere Jahre reifen. Manche Olivenbäume sind 300 bis 600 Jahre alt. 

Die Produktion von Olivenöl ist, neben dem Tourismus, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Andalusiens. In der Erntezeit, die zwischen Oktober und Dezember liegt, kann in einer der Ölmühlen der Herstellungsprozess des Olivenöls direkt mitverfolgt werden.

Nun aber zu uns: Wir sind auf einem süßen kleinen und vor allem ruhigen Campingplatz namens Alto de Vinuelas untergekommen, der perfekte Ausgangspunkt für Besuche in Granada und die Sierra Nevada.
Der erste Ausflug galt der Stadtburg Alhambra in Granada. Wichtig zu wissen, dass man hier Tickets vorab buchen sollte, um außerhalb der Pandemiezeiten lange Wartezeiten zu vermeiden.
Hatte ich anfänglich noch Bedenken, ob die Besichtigung auf Dauer für Vincent etwas langweilig werden könnte, gab es nach 4,5 Stunden und 6,5 km Laufstrecke durch die ganze Anlage eine klare Antwort: er fand es mega spannend und wollte im Anschluss auch noch das Museum besichtigen. Hier streikten dann allerdings die Eltern.

Der Burgberg war bereits in vorrömischer Zeit besiedelt. Nach der Eroberung der iberischen Halbinsel erbauten die Mauren hier eine Burg. Urkundliche Erwähnung fand sie während der Bürgerkriege des 9. bis 12. Jahrhunderts als „Ma’qil Ilbīra“ (Elvira-Festung). Sie bewies ihren Wert als Festung auch in mehreren Kriegen gegen das Kalifat von Córdoba.

Als erstes bummelten wir durch die vorgelagerte Gartenanlage Generalife. Es ist ein wunderschön angelegter Garten im maurischen Stil mit hohen Hecken, jeder Menge Brunnen und einer Unmenge an Blumen und Orangenbäumen. Aktuell fängt gerade alles an zu blühen, ein Wahnsinnsduft, den man sogar durch die Maske wahrnimmt. Dank der wenigen Besucher lässt sich hier auch wunderbar Verstecken und Fangen spielen.

Anschließend ging es zu den eigentlichen Palästen. Für die Nasridenpaläste muss man vorab eine Besuchszeit angeben, die auch auf keinen Fall verpasst werden darf. Zusammen mit einer Gruppe von Besuchern gelangt man in das Innere der Gebäude. Aufgrund des maurischen Baustils befinden sich an allen Wändern und Torbögen filigranste Steinmetzarbeiten. Es ist alles so toll erhalten, dass man tatsächlich erwartet, im nächsten Raum dem Sultan zu begegnen. Ein wenig erinnerten mich die Räume an das Märchenvorlesezimmer im Pionierpalast, dem heutigen Schloss Albrechtsberg, in Dresden. Wirklich unbeschreiblich schön.

Von der angrenzenden Festung Alcazaba hat man einen weitläufigen Blick über die weißen Gebäude der alten Stadt von Granada. 

Der perfekte Abschluss für diesen perfekten Tag war ein ausgiebiger Spielplatz- und Friseurbesuch. 😉

Reisestrecke: 310 km

Unterirdisch: Guadix

29. April 2021

Schon viel darüber gelesen und auch schon einmal in Griechenland gesehen, aber trotzdem mega beeindruckend: Die Höhlenwohnungen in Guadix. Ingesamt gibt es in Spanien noch über 5.800 Höhlenwohnungen, über 1.500 allein in diesem Ort.
Ursprünglich wohnten die Ärmsten der Armen in diesen Wohnungen, noch Anfang des 20. Jahrhunderts kostete eine Höhlenwohnung umgerechnet 1,80 EUR. Inzwischen kann man Wohnungen im Wert von bis zu 120.000 EUR erwerben. Das nenne ich einmal eine krasse Wertsteigerung.

Guadix ist ein kleiner Ort im Parque Natural Sierra de Baza. Das Gestein der Felsen ist eine Mischung aus Lehm und Ton, was einerseits der Grund für die canyonähnlichen Formationen ist, anderseits ideal zum Ausbau der Höhlenwohnungen dient.
Im Ort gibt es einen alten Stadtkern mit Festung, Kathedrale und Kirche, aber am interessantesten sind natürlichen die Wohnungen. Aus Umwelt-Gesichtpunkten ist diese Art zu bauen am nachhaltigsten: wenig Baumaterial, die Landschaft bleibt erhalten, ca. 50% weniger Stromverbrauch als normale Wohnungen und eine natürlich gleichbleibende Temperatur von ca. 20 Grad das ganze Jahr über, ohne zusätzlicher Heizung. Also nichts wie los auf die Suche nach einer Höhlenwohnung nahe München 😉

Früher wurden im Winter auch die Schweine und Esel mit in der Höhle untergebracht, Hühner mussten draußen bleiben, da sie sonst die weichen Lehmwände aufpickten. In den modernen Wohnungen befinden sich inzwischen auch fließend warmes Wasser sowie Bad und Toilettenspülung. Das Bad und die Küche befinden sich an der Außenwand, sodass ein Fenster für die Belüftung dienen kann. In den Innenräumen befinden sich die Schlaf- und Wohnzimmer.
Im Übrigen wurden in Guadix schon einige Filme gedreht, unter anderem Indiana Jones.

Ringsherum bietet sich ein Wahnsinns-Blick auf die Berge und Täler. Irgendwie erinnern sie an die amerikanischen Canyons. Im Hintergrund sind noch die schneebeckten Gipfel zu sehen. Mattes recherchiert schon für die nächsten Radltouren in dieser Gegend. Also, wegen mir kann Portugal noch ein wenig auf uns warten.

Sich mal treiben lassen

30. April – 1. Mai 2021

Die letzten beiden Tage sind wir etwas entspannter angegangen. Da sich die Sonne Spaniens weiterhin etwas ziert und damit die Temperaturen nicht den warmen Vorstellungen entsprechen (10-14 Grad in den Bergen), haben wir mal ausgeschlafen und im Wohnwagen etwas rumgetrödelt.
In der Nähe des Campingplatzes hatte Mattes eine schöne Wanderung rausgesucht. Normalerweise hätte man super in die Sierra Nevada und über Granada sehen können, aber aufgrund der Wolken gibt es dazu keine Bilder.
Nachmittags trafen wir uns mit einer sehr netten deutsch-spanischen Familie am Spielplatz in Granada, die uns noch wertvolle weitere Tipps für Granada gegeben haben. Vincent war glücklich, endlich mal wieder mit einem Kind spielen zu können.

Heute versprach die Sonne etwas länger draußen zu bleiben, trotz eines kühlen Windes. Das nutzten wir gleich zu einer Radtour vom Campingplatz aus nach Granada. Bergauf, bergab, über verschiedene Trails schlängelten wir uns Richtung Großstadt und kamen letztendlich wieder an der Alhambra raus. Es ging weiter bergab in die Altstadt und zum Dom. Die Innenstadt ist wirklich schön, mit super vielen Restaurants und Bars, tollen Läden und natürlich jeder Menge Menschen.
Leider sind wir nicht so lange in der Stadt geblieben: einerseits waren es uns dann doch zu viele Menschen, andererseits war leider unsere Stimmung etwas gedrückt, da Mattes seinen Rucksack an einem Aussichtspunkt der Alhambra hatte stehen lassen und dieser nach ein paar Minuten leider weg war. Zum Glück waren die Wohnwagenschlüssel, das Fahrradschloss, Kreditkarten und Geld heute ausnahmsweise mal in meinem Rucksack. Ärgerlich war es trotzdem.

Link zur Tour

Höhenmeter: ca. 1.300 hm
Kilometer:      ca. 55 km
Zeit:                 ca. 3,5 Stunden ohne Pause

 

Hier noch ein paar Restaurant Tipps von echten Einheimischen:

Restaurante Los Manueles – typisches Restaurant in der Nähe vom Plaza Nueva

Kiosko Las Titas – gemütliches Restaurant innerhalb eines Parkes

Rollo – kleines, gemütliches Restaurant in der Nähe des Domes

Café Fútbol – eine traditionelle Cafeteria, besonders beliebt für Churros

Heladería Los Italianos – die berühmteste Eisdiele in Granada, am leckersten ist wohl Stracciatella

Trails vom Feinsten

2. Mai 2021

Bevor es wieder an die Küste ging, zog es uns noch einmal in die Berge. Das Wetter spielte mit, die übrig gebliebenen Rucksäcke waren gut verteilt, somit stand einer Radtour nichts mehr im Weg.

In der Nähe unseres Campingplatzes, in der Sierra de Huétor, hatte Mattes wieder eine Tour aufgetan, die bisher unser Highlight in Spanien war. Das grüne Naturparadies lockt mit spektakulären Aussichtspunkten, geheimnisvollen Höhlen und einer reichen Pflanzenwelt, wie Rosmarin, Lavendel, Thymian und Melisse. 
Anfänglich über einen breiten Forstweg, später übergehend in schmale Trails führte uns die Radtour quer durch duftende Tannen und Zedern. Trails bergauf, entlang des Bergkamms und wieder bergab, Kilometer für Kilometer. Und immer im Hintergrund die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada mit seinem Skigebiet. Wirklich eine traumhafte Gegend.

Aufgrund des Wochenendes trafen wir natürlich auf die einen oder anderen Radfahrer und Wanderer. Viele Radfahrer und fast alle Wanderer trugen trotz freier Natur eine Maske. In Spanien herrscht definitiv ein anderer Wind. 

Link zur Tour

Höhenmeter: ca. 467 hm
Kilometer:      ca. 22 km
Zeit:                 ca. 2 Stunden ohne Pause

 

Zentrales Andalusien

3. Mai 2021

So langsam rücken wir unserem eigentlichen Startpunkt, Portugal, näher. Immerhin befinden wir uns schon am Atlantik und zur Grenze ist es fast nur noch ein Katzensprung. Seit dem Wochenende darf man in Portugal wieder einreisen. Aber da es uns im Süden Spaniens richtig gut gefällt, haben wir es mit unserer Weiterfahrt nicht so eilig.

Von Granada aus sind wir durch das Landesinnere Andalusiens Richtung Cádiz gefahren. Irgendwie hatte ich mir Andalusien immer recht trocken, fast wüstenähnlich vorgestellt, aber in den verschiedenen Nationalparks auf unserer Strecke hätte man durchaus auch den Film „Highländer“ drehen können. Saftige grüne Wiesen und Felder, Bäume soweit das Auge reicht und jede Menge Olivenbäume. Gut, die hätten in den Film vielleicht nicht so recht reingepasst. Ein weiterer Hingucker ist der Ort Olvera: auf einem Hügel mitten im Ort befinden sich eine weithin sichtbare Pfarrkirche und eine Burgruine. Beide sind über den ganzen Hügel verteilt von weißen Häuserreihen umgeben. Der Ort erinnerte mich irgendwie an „Herr der Ringe“. 

Leider sind wir erst zu spät auf die Stadt Ronda aufmerksam geworden. Wir wollten nicht mit Wohnwagen und Rädern auf dem Dach dort parken und sind somit weiter gefahren. Das bereue ich tatsächlich.
„Ronda gehört zu den berühmten Weißen Dörfern und liegt auf der gleichnamigen Route der malerischen Orte in Andalusien. Aus vielen Perspektiven beeindruckend ist die Puente Nuevo – die Neue Brücke. Sie spannt sich über die nicht minder imposante 120 Meter tiefe Schlucht El Tajo. Die Stadt besitzt zudem viele architektonische Schönheiten, darunter eine der ältesten Stierkampfarenen in Spanien.“ (www.Andalusien360.deVielleicht kann ich ja Mattes noch überzeugen, doch einmal dahin zu fahren.

Ziel unserer Fahrt war der Campingplatz Rosaleda an der Atlantikküste, zwischen Cádiz und Tarifa. Der Platz ist sehr schön, sauber und gepflegt. Leider nicht direkt am Strand. Derzeit sind kaum Urlauber auf dem Platz, in der Hochsaison ist es allerdings vorbei mit der Beschaulichkeit. Im Ort Conil gibt es einen super langen feinsandigen Strand, eine Strandpromenade und natürlich jede Menge Restaurants. Im Mai ist hier Thunfischzeit und dazu werden in allen möglichen Varianten leckere Tapas und Fischgerichte angeboten.

Reisestrecke: 330 km

Cádiz

4. Mai 2021

Endlich ist es warm…fast ist es schon wieder zuviel des Guten. Bei starkem Wind am Campingplatz gestartet, erwarteten uns auf der kleinen Halbinsel Cádiz 25 Grad im Schatten. Lustigerweise sonnten sich einige der Einheimischen bereits am Strand (ca. 18 Grad Wassertemperatur), während die anderen noch mit dicker Strickjacke durch die engen Gassen unterwegs waren.

Cádiz, die älteste Stadt Westeuropas, wurde nach der Entdeckung Amerikas bedeutend und blühend als ein Hauptstapelplatz des spanischen Handels mit den überseeischen Kolonien und als Hafen der spanischen Silberflotte. Von einem kleinen Ort im Golf von Cádiz namens Puerto de Santa María aus, war auch Kolumbus auf seiner zweiten Reise im Jahr 1493 zur Neuen Welt gesegelt.

Man erreicht die Halbinsel unter anderem über eine imposante Hängebrücke, die in krassem Gegensatz zu den historischen Sehenwürdigkeiten in der Stadt selbst steht.

Die Hauptattraktionen sind die Kathedrale, das Römische Theater, der Torre Tavira mit einem Rundumblick über die Stadt und die Kirche des Heiligen Kreuzes. Alles gut in Laufnähe ereichbar. Zwischen den engen Gassen befinden sich wieder unzählige Bars und Restaurants, in die man am liebsten überall einkehren würde.

Über eine schmale Landzunge ist ebenfalls die Anfahrt nach Cádiz möglich. Hier gibt es einen kleinen Stellplatz für Camper direkt am Strand. Ich weiß nicht, ob die Position genau stimmt, aber so ungefähr sollte es passen.

 

 

Spanische Atlantikküste
Costa de la Luz

5. – 6. Mai 2021

Sommer, Sonne, Strand und Meer, und das bereits Ende April, Anfang Mai. Was will man mehr.
Die Costa de la Luz erstreckt sich von der portugiesischen Grenze bis nach Tarifa, dem südlichsten Punkt Spaniens. Die letzten beiden Tage haben wir den Küstenabschnitt zwischen unserem Campingplatz und Tarifa erkundet. Kilometerlange weiße Sandstrände und vor allem nahezu naturbelassenes und wenig bebautes Hinterland prägen die Gegend. Ganz anders als die Ostküste Spaniens. Hotels und kleine Dörfer fügen sich in die Landschaft ein und nicht umgekehrt. Für Camper gibt es zahlreiche Stellplätze direkt am Meer mit fantastischen Ausblicken. Uns bleibt diese Art des Übernachtens leider verwehrt, da wir mit unserem Wohnwagen auf Strom angewiesen sind. Wirklich eine traumhafte Gegend, so ganz anders als erwartet.

In einem kleinen Ort namens Bolonia befindet sich die Baelo Claudia, eine römische Ruinenstadt. Zu besichtigen sind heute u. a. die Reste eines Aquäduktes, ein Theater, eine Basilika sowie eine Badeanlage mit Fußbodenheizung und einer Fischmanufaktur.
Der Ort galt hauptsächlich der Verarbeitung von Thunfisch und zur Herstellung der begehrten Fischsauce Garum. Naja, man muss Fisch schon sehr mögen, um diesen Geruch schmackhaft zu finden. Von hier aus wurden die Produkte in das gesamte römische Reich, vor allem nach Rom exportiert.

An dem gesamten Küstenabschnitt zwischen Cádiz und Tarifa wurden und werden immer noch hauptsächlich Thunfische gefangen und verarbeitet. Auch findet man überall noch alte Salzanlagen aus der römischen Zeit, in denen der Fisch haltbar gemacht und das Garum hergestellt wurde. Der Thunfisch ist deshalb hier der meistgefangene Fisch, da er im Frühjahr und Herbst die Strasse von Gibraltar passiert, um im Mittelmeer zu laichen. 

Am westlichen Ende des Sandstrands von Bolonia befindet sich die seit 2001 für ihre ökologische Bedeutung als Naturmonument geschützte Düne von Bolonia. Die Düne, mehr als 30 m hoch und 200 m breit, wie auch die sie umgebenden Berge sind Teil des Parque Natural del Estrecho (Naturpark Straße von Gibraltar). Der Dünenkomplex gehört zu den wenigen in Andalusien, die – gespeist vom Wind Levante, der hier frontal auf das Ende der Bucht prallt – fortdauernd ins Landesinnere vorrücken. Abgesehen von Strandhafer können sich unter diesen Bedingungen keine Pflanzen ansiedeln. Das kontinuierliche Fortschreiten des Sandes führt unweigerlich zum Absterben der Pinien, die dabei verschüttet werden. (Wikipedia)

Ein 40-minütiger Wanderweg führt zu natürlichen Meerespools, die aber nur bei Ebbe besichtigt werden können. Wir haben es aus Zeitgründen bleiben lassen.

Der nächste Stopp war Tarifa, die wirklich südlichste Stadt der iberischen Halbinsel und nicht, wie von mir bisher angenommen, Gibraltar. Die Stadt ist bekannt durch seine Surfspots. Dementsprechend herrscht auch innerhalb der Stadt ein wunderbarer Kontrast zwischen alten Festungen und Wachtürmen und chilligen Bars, Restaurants und Surfer Läden. Ein Paradies 😉
Von hier aus sind es nur 14km bis nach Afrika, man kann über die Strasse von Gibraltar Städte, Berge, sogar Felder und Windräder sehen. Irgendwie war es für uns nicht fassbar, dass das Afrika sein sollte. Dazwischen drängen sich jede Menge großer Containerschiffe, Öltanker, Fischerboote, etc. Täglich sollen hier bis zu 300 Schiffe durchfahren. Wahnsinn, was da für ein Verkehr herrscht.

Und natürlich dürfen auch die langen weißen Sandstrände nicht fehlen, die Vincent Dank Klappspaten ordentlich durchpflügt hat. Ich muss schon sagen, so ein Klappspaten ist echt Gold wert.

Endlich Algarve

Wir haben es geschafft! Wir sind in Portugal. Trotz gegensätzlicher Meldungen in deutschen Medien, war die Einreise kein Problem. Weder wollte man irgendwelche Tests oder Nachweise sehen, noch befand sich überhaupt ein Beamter an der Grenze. Die Aufregung vor den jeweiligen Grenzübertritten kenne ich eigentlich nur noch aus der Kindheit, wenn wir in die Tschechoslowakei gefahren sind.

Eigentlich wollten wir uns in diesen Tagen noch Sevilla ansehen. Allerdings herrschen hier aktuell 30 Grad. Deshalb haben wir zugunsten der guten Stimmung in unserer kleinen Reisetruppe den Besuch verschoben. Stattdessen fuhren wir geradewegs nach Albufeira zu einem Campingplatz mit Swimmingpool, sehr zur Freude von Vincent.

Überhaupt muss ich an dieser Stelle einmal ein großes Lob an Vincent aussprechen, da er auf den langen Autofahrten immer super durchhält und alles brav über sich ergehen lässt. Dank der Hörbuchreihe „Was ist was“, die wir gemeinsam im Auto hören, lernt nicht nur Vincent etwas über das alte Rom, die Germanen, die Zeit, die Sterne, etc… Und die Zeit vergeht auch noch wie im Flug. 

Da es dieses Mal keine Landschaftsfotos gab, hier einmal ein Eindruck von unserem fahrenden Schneckenhaus.

Reisestrecke: 370 km

Strände, Strände, Strände

8. – 10. Mai 2021

Ab Faro bis zum südwestlichsten Zipfel Portugals bilden bis zu 30 Meter hohe rötliche Kalksteinfelsen und Höhlen eine imposante Küstenlandschaft. Überall gibt es kleinere Strandabschnitte mit herrlichem feinen Sand. Wir waren am Strand von Praia da Marinha zwischen Albufeira und Carvoeiro. Es gibt oberhalb der Felsen einen Wanderweg, der zu insgesamt 7 Buchten führt. Allerdings sollte man hier festes Schuhwerk anziehen. Dann ist der Weg auch gut für Kinder ab 5-6 Jahren machbar.

Die Praia da Marinha ist bekannt für seine Unterwasserwelt, Tauchen und Schnorcheln sind hier sehr beliebt. Uns war allerdings das Wasser noch viel zu kalt, um überhaupt daran zu denken. Allerdings möchten wir in den nächsten Tagen noch einmal mit dem SUP zu einer der Buchten fahren. Zwischen den einzelnen Felsen und den Höhlen hindurch zu paddeln, muss sehr schön sein.

Die letzten beiden Tage hat es hier zeitweise geregnet, sodass wir noch nicht in die Lagunenlandschaften östlich von Faro vordringen konnten, wo es kilometerlange flache Sandstrände gibt. Desweiteren hat Mattes natürlich wieder ein paar spannende Radtouren im Hinterland ausfindig gemacht, die auch noch auf unserem Programm stehen. Deswegen werden wir es hier wohl noch eine Weile aushalten.

Das Schlechtwetter-Programm sah Drachensteigen, ausgiebiges Essen und einen Bummel durch Faro vor. Allerdings ist Faro nichts, was man unbedingt gesehen haben muss, außer die Vielzahl an Störchen, die pro Turm oder Hausdach gleich mehrere Nester nebeneinander bauen.

Nach Regen kommt Sonne

11. – 12. Mai 2021

Die letzten Tage bestanden aus dicken grauen Wolken, starkem Wind und teilweise Regen. Da war die Stimmung im Wohnwagen Nitsche etwas im Keller. Aber nachdem wir gelesen haben, dass im Norden von Portugal auf den Bergen der Serra do Larouco und der Sera da Estrela sogar Schnee gefallen ist, waren wir doch wieder etwas positiver gestimmt. Bei uns war es wenigstens noch so warm, dass wir nicht versuchen mussten, unsere zickige Gasheizung in Gang zu setzen.

Aber heute hatte die Sonne endlich ein Einsehen mit uns. An der Küste der Praia da Falésia, unweit von Albufeira, radelten wir oberhalb der Steilküste, ca. 6 km in eine Richtung, über schöne Trails immer leicht bergauf und bergab. Es boten sich herrliche Blicke auf den kilometerlangen Sandstrand zu unseren Füßen und den hohen Felswänden in ockerfarbenen Farbtönen. Das Gestein besteht aus Sandstein und Ton, weshalb durch Regen tiefe Schluchten und ungewöhnliche Formen entstehen.

Erstes SUP Highlight

13. Mai 2021

Praia de Albandeira 😉

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.